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Eingeschränktes Konzept
Kala 5-String-Mini-Bass warum ich dieses kleine Mistvieh behalte
23 Zoll Mensur. Das Pickguard ist so billig, fast unverschämt, hätte dafür nie die UVP bezahlt und das Ding zurück geschickt. Flatwounds wäre schön gewesen, aber vom Hersteller 120€ ist krank! Kann man übrigens selbst einen Satz Saiten kürzen, aber will gelernt sein! Fünf Saiten. Und die tiefste davon ist eine B-Saite. Eigentlich weiß man damit schon ziemlich genau, worauf man sich einlässt. Die B-Saite schwingt bei dieser kurzen Mensur so langsam vor sich hin, dass ich beim Spielen manchmal das Gefühl habe, ich könnte die einzelnen Schwingungen beinahe mitzählen. Und genau da liegt das grundsätzliche Problem dieses kleinen Basses: Die Physik lässt sich nicht austricksen.
Gerade wenn ich ihn mit den Fingern spiele, bekomme ich immer wieder irgendwelche hochfrequenten, teilweise ziemlich unharmonischen Obertöne mit in den Klang. Das kann interessant sein meistens nervt es mich allerdings einfach. Man versucht, einen schönen, tiefen Basston zu spielen, und irgendwo oben im Klang macht es plötzlich krkrrrriiiing. Danke dafür.
Interessanterweise liefert der Humbucker trotzdem ein richtig schönes, tiefes und schweres Fundament. Wenn man den passenden Ton erwischt, kann das Ding durchaus ziemlich böse klingen. Nur ist die klangliche Bandbreite eben sehr begrenzt. Mit einem normalen 34-Zoll-Bass oder gar einem 36-Zöller hat man wesentlich mehr Möglichkeiten, die Saite klanglich zu bearbeiten und den Ton zu formen. Dieser kleine Kerl macht einem dagegen ziemlich schnell klar, was er will und was er eben nicht will. Auch die bundierte Version habe ich. Und die ist diesbezüglich sogar noch problematischer. Am besten funktioniert für mich momentan tatsächlich das Plektrum. Damit bekomme ich den saubersten und harmonischsten Klang. Aber natürlich erkauft man sich das mit Einschränkungen beim eigentlichen Bassspiel. Slappen, Zupfen und das ganze Spiel mit den Fingern verlieren dadurch einen großen Teil ihrer Möglichkeiten. Und jetzt kommt der Punkt, an dem ich mich selbst frage, warum ich das Ding eigentlich noch habe.
Die Antwort ist ziemlich einfach:
Weil Einschränkungen kreativ machen.
Ich finde Instrumente interessant, die einem nicht einfach alles ermöglichen. Wenn ein Instrument alles kann, kann man irgendwann auch sehr bequem immer wieder das Gleiche damit machen. Dieser kleine Bass zwingt mich dagegen, mich mit seinen Schwächen auseinanderzusetzen. Ich muss herausfinden, wie ich ihn spielen muss, damit seine Probleme vielleicht irgendwann zu einem eigenen Klang werden. Vielleicht ist genau dieses merkwürdige Obertonverhalten irgendwann kein Fehler mehr, sondern ein Stilmittel. Vielleicht funktioniert die B-Saite in einem bestimmten Arrangement plötzlich hervorragend. Vielleicht ist das Plektrum genau die richtige Lösung. Vielleicht muss ich ganz anders an das Instrument herangehen. Keine Ahnung.
Aber genau deshalb bleibt das kleine Mistvieh bei mir.
Es war von Anfang an klar, dass eine B-Saite auf 23 Zoll Mensur physikalisch eine ziemlich bescheuerte Idee ist. Die meisten Hersteller machen so etwas schließlich nicht ohne Grund nicht.
Ich wusste es. Ich habe es trotzdem gekauft. Und jetzt muss ich eben damit leben. Als Musiker finde ich genau das spannend. Nicht immer das perfekte Werkzeug zu haben, sondern manchmal mit einem Werkzeug zu arbeiten, das einem ordentlich in den Hintern tritt und sagt: „Na, dann zeig mal, was du daraus machst.“
Deshalb bekommt der Kala von mir auch nicht die volle Punktzahl. Die problematischen Obertöne und die eingeschränkte Spielbarkeit der B-Saite sind für mich echte Schwachpunkte.
Aber verkaufen? Nö.
Dafür ist mir dieses kleine Biest inzwischen viel zu interessant.
Ich werde so lange damit herumexperimentieren, bis ich aus seinen Einschränkungen irgendetwas Musikalisches herausbekommen. Und vielleicht ist genau das die eigentliche Stärke dieses Instruments.
Einschränkungen machen kreativ.
23 Zoll Mensur. Das Pickguard ist so billig, fast unverschämt, hätte dafür nie die UVP bezahlt und das Ding zurück geschickt. Flatwounds wäre schön gewesen, aber vom Hersteller 120€ ist krank! Kann man übrigens selbst einen Satz Saiten kürzen, aber will gelernt sein! Fünf Saiten. Und die tiefste davon ist eine B-Saite. Eigentlich weiß man damit schon ziemlich genau, worauf man sich einlässt. Die B-Saite schwingt bei dieser kurzen Mensur so langsam vor sich hin, dass ich beim Spielen manchmal das Gefühl habe, ich könnte die einzelnen Schwingungen beinahe mitzählen. Und genau da liegt das grundsätzliche Problem dieses kleinen Basses: Die Physik lässt sich nicht austricksen.
Gerade wenn ich ihn mit den Fingern spiele, bekomme ich immer wieder irgendwelche hochfrequenten, teilweise ziemlich unharmonischen Obertöne mit in den Klang. Das kann interessant sein meistens nervt es mich allerdings einfach. Man versucht, einen schönen, tiefen Basston zu spielen, und irgendwo oben im Klang macht es plötzlich krkrrrriiiing. Danke dafür.
Interessanterweise liefert der Humbucker trotzdem ein richtig schönes, tiefes und schweres Fundament. Wenn man den passenden Ton erwischt, kann das Ding durchaus ziemlich böse klingen. Nur ist die klangliche Bandbreite eben sehr begrenzt. Mit einem normalen 34-Zoll-Bass oder gar einem 36-Zöller hat man wesentlich mehr Möglichkeiten, die Saite klanglich zu bearbeiten und den Ton zu formen. Dieser kleine Kerl macht einem dagegen ziemlich schnell klar, was er will und was er eben nicht will. Auch die bundierte Version habe ich. Und die ist diesbezüglich sogar noch problematischer. Am besten funktioniert für mich momentan tatsächlich das Plektrum. Damit bekomme ich den saubersten und harmonischsten Klang. Aber natürlich erkauft man sich das mit Einschränkungen beim eigentlichen Bassspiel. Slappen, Zupfen und das ganze Spiel mit den Fingern verlieren dadurch einen großen Teil ihrer Möglichkeiten. Und jetzt kommt der Punkt, an dem ich mich selbst frage, warum ich das Ding eigentlich noch habe.
Die Antwort ist ziemlich einfach:
Weil Einschränkungen kreativ machen.
Ich finde Instrumente interessant, die einem nicht einfach alles ermöglichen. Wenn ein Instrument alles kann, kann man irgendwann auch sehr bequem immer wieder das Gleiche damit machen. Dieser kleine Bass zwingt mich dagegen, mich mit seinen Schwächen auseinanderzusetzen. Ich muss herausfinden, wie ich ihn spielen muss, damit seine Probleme vielleicht irgendwann zu einem eigenen Klang werden. Vielleicht ist genau dieses merkwürdige Obertonverhalten irgendwann kein Fehler mehr, sondern ein Stilmittel. Vielleicht funktioniert die B-Saite in einem bestimmten Arrangement plötzlich hervorragend. Vielleicht ist das Plektrum genau die richtige Lösung. Vielleicht muss ich ganz anders an das Instrument herangehen. Keine Ahnung.
Aber genau deshalb bleibt das kleine Mistvieh bei mir.
Es war von Anfang an klar, dass eine B-Saite auf 23 Zoll Mensur physikalisch eine ziemlich bescheuerte Idee ist. Die meisten Hersteller machen so etwas schließlich nicht ohne Grund nicht.
Ich wusste es. Ich habe es trotzdem gekauft. Und jetzt muss ich eben damit leben. Als Musiker finde ich genau das spannend. Nicht immer das perfekte Werkzeug zu haben, sondern manchmal mit einem Werkzeug zu arbeiten, das einem ordentlich in den Hintern tritt und sagt: „Na, dann zeig mal, was du daraus machst.“
Deshalb bekommt der Kala von mir auch nicht die volle Punktzahl. Die problematischen Obertöne und die eingeschränkte Spielbarkeit der B-Saite sind für mich echte Schwachpunkte.
Aber verkaufen? Nö.
Dafür ist mir dieses kleine Biest inzwischen viel zu interessant.
Ich werde so lange damit herumexperimentieren, bis ich aus seinen Einschränkungen irgendetwas Musikalisches herausbekommen. Und vielleicht ist genau das die eigentliche Stärke dieses Instruments.
Einschränkungen machen kreativ.
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